Der designierte Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) kündigt an, Tierwohl stärker zu gewichten zu wollen und spricht sich für Milliardeninvestitionen in sogenannte Tierwohlställe aus. Er betont, man müsse verantwortungsvoll mit "Nutztieren" umgehen und verspricht mehr Transparenz bei der Tierhaltung. Gleichzeitig stellt er klar, er wolle nicht auf das Image des „schwarzen Metzgers“ reduziert werden, das ihm im Vergleich zum veganen Vorgänger Cem Özdemir angehängt wurde. Eine grundsätzliche Ernährungswende lehne er ab und betont, die Menschen sollten essen dürfen, was sie wollen. Auch höhere Fleischsteuern lehnt er ab.
Rainers Ankündigung, mehr in "Tierwohlställe" zu investieren, lässt auf eine gewisse Offenheit gegenüber Verbesserungen im Tierschutz schließen. Seine Aussage, man müsse verantwortungsvoll mit Nutztieren umgehen, könnte als Zeichen gewertet werden, dass er Missstände anerkennt. Gleichzeitig bleibt er bei der Haltung, die Tierhaltung laufe „in grossen Teilen richtig“, was die systemische Problematik der Massentierhaltung verkennt. Der Umbau der Tierhaltung steht außerdem in der Kritik, nur marginale Verbesserungen für das Leben der Tiere zu bringen und ein in sich krankendes System zu manifestieren, statt einen dringend nötigen Abbau der Tierhaltung zu fördern Die Ablehnung einer Ernährungswende sowie von Fleischsteuern zeigt, dass keine ernsthafte strukturelle Veränderung im Sinne des Tierrechts angestrebt wird. Insgesamt bleibt Rainers Tierwohl-Ansatz eher konservativ und wirtschaftsnah, mit kaum Ambitionen zur Reduktion tierischer Nutzung.
D: Neuer Agrarminister will mehr Tierwohl, Der Schweizer Bauer