Im Interview spricht Silvia Breher (CDU) über die Notwendigkeit von Reformen im Bau- und Umweltrecht, um den Umbau der Tierhaltung zu erleichtern. Sie fordert den Abbau genehmigungsrechtlicher Hürden, um "Tierwohlställe" zu ermöglichen, kritisiert die Bundesregierung für eine Politik, die Tierhaltung „reduzieren“ wolle, und setzt auf Digitalisierung, Präzisionslandwirtschaft und neue Züchtungstechniken, um die Branche zu modernisieren. Zudem hebt sie die Systemrelevanz der Tierhaltung für Ernährungssicherheit hervor und lehnt zusätzliche nationale Vorgaben gegenüber EU-Recht ab.
Breher befürwortet zwar Reformen zur Verbesserung einzelner Haltungsbedingungen, etwa durch Förderung sogenannter Tierwohlställe, doch sie bleibt fest im Paradigma der intensiven Tierhaltung verankert. Der geforderte Abbau von Umwelt- und Baugenehmigungen zugunsten des Stallbaus ist aus tierrechtlicher Sicht bedenklich, da er primär auf eine Erleichterung weiterer Tiernutzung abzielt – nicht auf deren dringend nötige Reduktion.
Die Betonung technologischer Mittel wie Digitalisierung und neue Züchtungstechniken soll die Effizienz steigern, ändert jedoch nichts am Grundproblem der systematischen Ausbeutung von Tieren. Ihre Kritik an einer Reduktion der Tierhaltung als „ideologiebezogen“ zeigt, dass sie wirtschaftliche Interessen deutlich über die Tiere stellt.
Silvia Breher: „Deutschland muss wieder den Ton in der EU angeben!“, agrarzeitung