Im Koalitionsvertrag heißt es, man wolle sich mit internationalen Partnern für eine vorsorgliche Pause im Tiefseebergbau einsetzen und zugleich die Erforschung der Tiefsee vorantreiben.
Aus tierrechtlicher Perspektive ist die Unterstützung einer Pause im Tiefseebergbau positiv, da dieser Eingriffe in hochsensible, bislang weitgehend unerforschte Ökosysteme bedeuten würde, die unzählige Tierarten bedrohen. Dass es sich jedoch lediglich um eine Pause handeln soll, ist kritisch zu sehen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die angekündigte „Erforschung der Tiefsee“ nicht als Vorbereitung auf eine spätere wirtschaftliche Nutzung verstanden wird. Forschung sollte primär dem Schutz der Biodiversität dienen und das Verständnis für die Bedürfnisse der dort lebenden Tiere vertiefen. Nur wenn klar festgelegt wird, dass das Vorsorgeprinzip gilt und ein Abbau langfristig ausgeschlossen bleibt, kann diese Maßnahme konsequent zum Schutz der Tiefseetiere und ihrer Lebensräume beitragen. Zudem bedeutet die Erforschung ein weiteres Vordringen des Menschen in einen der wenigen noch weitgehend unberührten Lebensräume von Wildtieren.
Verantwortung für Deutschland - Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 21, Legislaturperiode